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Elternunterhalt und Pflege

Wenn die Rente der Eltern nicht für das Pflegeheim reicht: Müssen Kinder zahlen? Das Angehörigen-Entlastungsgesetz 2020 hat die Hürde deutlich erhöht: Das Sozialamt greift erst auf Kinder zurück, deren Jahres-Gesamteinkommen über 100.000 € liegt.

Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit (BMG-Übersicht „Leistungsansprüche 2026", 11.12.2025) und Sozialgesetzbuch XI (insbesondere §§ 14, 15, 18, 28a, 30, 36, 37, 38, 40, 41, 42a, 43, 43c, 45b SGB XI). Reform Entlastungsbudget §42a SGB XI gültig seit 01.07.2025. Zuletzt geprüft: . Verbindlich ist ausschließlich die Begutachtung durch MD bzw. MEDICPROOF.

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Ab welchem Einkommen müssen Kinder Elternunterhalt zahlen?

Erst wenn dein Jahres-Gesamteinkommen über 100.000 € liegt. Darunter bleibt der Unterhaltsanspruch deiner Eltern unberücksichtigt, wenn sie Sozialhilfe wie Hilfe zur Pflege bekommen (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Maßgeblich ist nicht das Brutto, sondern das Gesamteinkommen nach § 16 SGB IV, also die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts. So prüfst du die Grenze selbst:

  1. Nimm deinen letzten Steuerbescheid und such die Zeile „Summe der Einkünfte“.
  2. Ohne Bescheid: Arbeitslohn minus Werbungskosten, plus Gewinne aus Selbstständigkeit, plus Einkünfte aus Vermietung und sonstige Einkünfte.
  3. Liegt der Betrag bei 100.000 € oder darunter, wirst du nicht herangezogen. Es zählt nur dein eigenes Einkommen, nicht das deines Partners.

Das Angehörigen-Entlastungsgesetz seit 01.01.2020

Vor 2020: Wenn die Rente der Eltern nicht für das Heim reichte und das Sozialamt einsprang, konnte die Sozialhilfe sich später bei den Kindern Geld zurückholen — der Selbstbehalt lag bei rund 1.800 € netto/Monat (sehr ärgerlich für Kinder mittleren Einkommens).

Seit 01.01.2020 gilt: Kinder werden nur noch herangezogen, wenn ihr Jahres-Gesamteinkommen über 100.000 € liegt. Schwiegerkinder sind grundsätzlich nicht unterhaltspflichtig — auch wenn das Familieneinkommen darüber liegt, zählt nur das Einkommen des leiblichen Kindes.

Was zählt als „Einkommen"?

Gemeint ist das Gesamteinkommen nach § 16 SGB IV: die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu gehören unter anderem:

  • Arbeitslohn aus nichtselbständiger Arbeit, nach Abzug der Werbungskosten
  • Gewinn aus selbständiger Arbeit, Gewerbe, Landwirtschaft
  • Renteneinkünfte (der steuerpflichtige Teil)
  • Mieteinkünfte und sonstige Einkünfte

Bei Geschwistern: Jedes Kind wird einzeln betrachtet. Wenn nur ein Kind über 100.000 € verdient, wird auch nur dieses herangezogen — die Geschwister sind frei.

Schonvermögen der Eltern

Bevor die Sozialhilfe einspringt, müssen die Eltern ihr Vermögen weitgehend aufbrauchen. Schonvermögen 2026:

  • 10.000 € Barvermögen (oder gleichwertige Werte)
  • Selbstgenutzte Immobilie bis zu einer angemessenen Größe
  • Hausrat im üblichen Umfang
  • Vorsorge-Vermögen für die Bestattung

Schenkungen an Kinder können bis zu 10 Jahre zurückgefordert werden, wenn die Eltern nachträglich pflegebedürftig und sozialhilfebedürftig werden.

Vorsicht: Bedeutet 100.000 € Schwelle „keine Sorgen"?

Nicht ganz. Wenn dein Jahres-Gesamteinkommen knapp unter 100.000 € liegt, kann ein Bonus oder eine Beförderung dich zum Unterhaltspflichtigen machen. Das Gesetz vermutet zwar, dass du unter der Grenze liegst. Gibt es aber hinreichende Anhaltspunkte für ein höheres Einkommen, kann das Sozialamt von dir Auskunft verlangen (§ 94 Abs. 1a, § 117 SGB XII).

Liegst du über der Grenze, richtet sich die Höhe des Unterhalts nach dem Familienrecht (§§ 1601 ff. BGB) und deiner Leistungsfähigkeit im Einzelfall. Eine feste Zahl kann ein Rechner hier nicht seriös liefern.

Häufige Fragen