Cluster C · Lebenslagen
Pflege und Beruf vereinbaren
Drei Säulen für berufstätige pflegende Angehörige: 10 Tage Pflegeunterstützungsgeld (kurzfristig), Pflegezeit (bis 6 Monate Freistellung), Familienpflegezeit (bis 24 Monate Reduzierung).
Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit (BMG-Übersicht „Leistungsansprüche 2026", 11.12.2025) und Sozialgesetzbuch XI (insbesondere §§ 14, 15, 18, 28a, 30, 36, 37, 38, 40, 41, 42a, 43, 43c, 45b SGB XI). Reform Entlastungsbudget §42a SGB XI gültig seit 01.07.2025. Zuletzt geprüft: . Verbindlich ist ausschließlich die Begutachtung durch MD bzw. MEDICPROOF.
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Wir empfehlen keine Pflegehilfsmittel-Boxen, keine Pflegezusatzversicherungen, keine Pflegedienste. Du bekommst hier ehrliche Information ohne Lead-Gen-Hintertürchen. Wenn du konkrete Beratung willst: kostenlose Pflegeberatung nach §7a SGB XI bei deiner Pflegekasse oder im örtlichen Pflegestützpunkt.
1. Akute Pflegesituation: 10 Tage Pflegeunterstützungsgeld
Nach §44a SGB XI: Wenn ein naher Angehöriger akut pflegebedürftig wird, kannst du als Berufstätige(r) bis zu 10 Arbeitstage pro Jahr freigestellt werden — mit Pflegeunterstützungsgeld in Höhe wie Krankengeld (rund 90 % des Nettolohns). Antrag bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen.
Ziel: kurzfristig Pflege organisieren (Pflegekasse anrufen, Antrag stellen, Pflegeheim aussuchen, Pflegedienst beauftragen).
2. Pflegezeit — bis 6 Monate Freistellung (PflegeZG)
Nach Pflegezeitgesetz (PflegeZG): Vollständige oder teilweise Freistellung für bis zu 6 Monate. Voraussetzungen:
- Arbeitgeber hat mehr als 15 Beschäftigte
- Naher Angehöriger ist pflegebedürftig (mind. PG 1)
- Schriftliche Ankündigung 10 Arbeitstage vor Beginn
Die Pflegezeit ist unbezahlt — aber du kannst gleichzeitig ein zinsloses Darlehen vom BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) bekommen, um die Lücke zu überbrücken.
3. Familienpflegezeit — bis 24 Monate Reduzierung (FPfZG)
Nach Familienpflegezeitgesetz (FPfZG): Reduzierung der Arbeitszeit auf mindestens 15 Stunden/Woche für bis zu 24 Monate. Voraussetzungen:
- Arbeitgeber hat mehr als 25 Beschäftigte
- Naher Angehöriger ist pflegebedürftig
- Schriftliche Ankündigung 8 Wochen vor Beginn
Auch hier: zinsloses Darlehen beim BAFzA möglich. Die kombinierte Höchstdauer von Pflegezeit + Familienpflegezeit ist 24 Monate.
Rentenpunkte für pflegende Angehörige 2026
Pflegst du jemanden ab Pflegegrad 2 mindestens 10 Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens 2 Tage, und arbeitest du regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden pro Woche, zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge für dich (§44 SGB XI). Bemessungsgrundlage ist ein Prozentsatz der Bezugsgröße (3.955 €/Monat in 2026) — abhängig von Pflegegrad und Leistungsart (§166 Abs. 2 SGB VI):
| Pflegegrad | Pflegegeld | Kombination | Sachleistung |
|---|---|---|---|
| PG 2 | 0,25 | 0,21 | 0,17 |
| PG 3 | 0,39 | 0,33 | 0,28 |
| PG 4 | 0,64 | 0,54 | 0,45 |
| PG 5 | 0,91 | 0,78 | 0,64 |
Entgeltpunkte pro vollem Pflegejahr für eine Pflegeperson: Bezugsgröße × 12 × Prozentsatz ÷ vorläufiges Durchschnittsentgelt 2026 (51.944 €). Pflegen mehrere Personen gemeinsam, wird nach Pflegeanteil aufgeteilt. Werte: SVBezGrV 2026, §166 Abs. 2 SGB VI.
Ein Entgeltpunkt entspricht einem Jahr Arbeit zum Durchschnittsverdienst. Was das für deine spätere Rente bedeutet, rechnet der Rentenlücke-Rechner durch.
Steuer: Pflegegeld und Pflege-Pauschbetrag
- Pflegegeld der Pflegeversicherung ist steuerfrei (§3 Nr. 1a EStG).
- Gibt die pflegebedürftige Person es an pflegende Angehörige weiter, ist das bei diesen bis zur Höhe des Pflegegelds steuerfrei, wenn sie damit eine sittliche Pflicht erfüllen (§3 Nr. 36 EStG).
- Pflege-Pauschbetrag (§33b Abs. 6 EStG) für die persönliche Pflege in deiner oder ihrer Wohnung: PG 2: 600 €, PG 3: 1.100 €, PG 4 und 5: 1.800 € pro Jahr. Voraussetzung: Du erhältst für die Pflege keine Einnahmen — auch weitergeleitetes Pflegegeld zählt als Einnahme (Ausnahme: Eltern eines Kindes mit Behinderung). Pflegen mehrere, wird der Betrag geteilt.
- Statt des Pauschbetrags können tatsächliche Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung (§33 EStG) angesetzt werden.
Zum Vergleich: Das Pflegegeld bei PG 3 beträgt 7.188 € im Jahr — wer es weitergeleitet bekommt, verliert in der Regel den Pauschbetrag von 1.100 €.