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Pflegegrad beantragen — Schritt für Schritt

Vom ersten Anruf bis zum Bescheid: So beantragst du einen Pflegegrad. Mit Vorbereitungs-Checkliste und Pflegetagebuch-Vorlage.

Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit (BMG-Übersicht „Leistungsansprüche 2026", 11.12.2025) und Sozialgesetzbuch XI (insbesondere §§ 14, 15, 18, 28a, 30, 36, 37, 38, 40, 41, 42a, 43, 43c, 45b SGB XI). Reform Entlastungsbudget §42a SGB XI gültig seit 01.07.2025. Stand: April 2026. Verbindlich ist ausschließlich die Begutachtung durch MD bzw. MEDICPROOF.

Wir sind affiliate-frei.

Wir empfehlen keine Pflegehilfsmittel-Boxen, keine Pflegezusatzversicherungen, keine Pflegedienste. Du bekommst hier ehrliche Information ohne Lead-Gen-Hintertürchen. Wenn du konkrete Beratung willst: kostenlose Pflegeberatung nach §7a SGB XI bei deiner Pflegekasse oder im örtlichen Pflegestützpunkt.

Schritt 1: Antrag stellen

Antrag formlos (telefonisch, schriftlich oder online) bei deiner Pflegekasse. Die Pflegekasse ist immer ein Teil deiner Krankenkasse (z. B. AOK Pflegekasse, TK-Pflegekasse). Per Anruf reicht: „Ich möchte einen Pflegegrad beantragen" — die Pflegekasse schickt dir das Antragsformular zu.

Wichtig: Bei Beantragung wird das Antragsdatum festgehalten. Nach Bewilligung zahlt die Pflegekasse das Pflegegeld ab dem Tag des Antrags rückwirkend nach.

Schritt 2: Pflegetagebuch führen (1–2 Wochen)

Vor dem Begutachtungstermin: 1–2 Wochen Pflegetagebuch führen. Was gehört rein?

  • Mobilität: Aufstehen, Treppensteigen, Gehen — wie oft, wieviel Hilfe?
  • Selbstversorgung: Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengänge — Häufigkeit und Hilfeumfang
  • Krankheits-Bewältigung: Medikamenten-Gabe, Arzttermine, Verbandwechsel — Frequenz
  • Verhalten/Psyche (bei Demenz): nächtliche Unruhe, Verirrungen, Aggressionen — wann und wie oft?

Tipp: Tabelle pro Tag mit Zeitspalten (morgens / mittags / abends / nachts). Mit Bleistift, da sich Routinen ändern.

Schritt 3: Begutachtungs-Termin (MD oder MEDICPROOF)

Innerhalb von ca. 6 Wochen meldet sich der MD (Medizinischer Dienst, gesetzlich Versicherte) bzw. MEDICPROOF (privat Versicherte) für einen Termin in der Wohnung. Dauer: ca. 60 Minuten.

Was du zur Begutachtung bereitlegen solltest:

  • Pflegetagebuch der letzten 1–2 Wochen
  • Medikamenten-Liste und Pflegehilfsmittel
  • Arztbriefe der letzten 12 Monate
  • Diagnosen-Liste (ICD-10-Codes vom Hausarzt)
  • Reha-Berichte, Krankenhausentlassungs-Briefe
  • Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)

Sehr wichtig: Angehörige sollten beim Termin dabei sein. Insbesondere bei Demenz oder Bagatellisierungs-Tendenz der pflegebedürftigen Person ist die Außenperspektive entscheidend.

Schritt 4: Bescheid (Frist 25 Werktage)

Die Pflegekasse hat 25 Werktage ab Antragsdatum Zeit für den Bescheid. Bei Eilfällen (z. B. nach Krankenhausaufenthalt mit anstehender Entlassung): Frist nur 1 Werktag bzw. 5 Werktage. Wenn die Frist überschritten wird, kannst du Untätigkeitsklage einreichen — meist beschleunigt das den Vorgang.

Im Bescheid stehen: Pflegegrad, Leistungsbeträge, Beginn-Datum, ggf. Höherstufungs-Empfehlungen.

Schritt 5: Bei Ablehnung oder zu niedrigem PG — Widerspruch

Frist: 1 Monat ab Bescheid für einen schriftlichen Widerspruch. Eine kurze Begründung reicht zunächst — die ausführliche Begründung kann nachgereicht werden. Sozialverbände wie VdK oder SoVD bieten kostenlose Widerspruchs-Beratung.

Häufige Fragen